Nicht jedes Kind ist leicht zu motivieren, wenn es um Schule und Lernen geht. Das kann für dich als Elternteil zu einer echten Herausforderung werden. Vor allem, wenn es darum geht, die Selbstmotivation langfristig zu wecken.
Viele Eltern sind frustriert und verärgert, wenn ihr Kind wiederholt Desinteresse an der Schule zeigt. Nicht immer handelt es sich um Faulheit oder Desinteresse, sondern oft gibt es gute Gründe, warum dein Kind Schwierigkeiten mit der Schule hat.
Verständnis und Interesse zeigen
Statt dein Kind über die Bedeutung von Bildung und guten Noten zu belehren, solltest du ihm zunächst Verständnis entgegenbringen. Sprich mit deinem Kind und lass dir erzählen, wie es sich in der Schule fühlt, wovon es genervt ist, welche LehrerInnen es mag und welche nicht und ob es FreundInnen in der Klasse hat.
Interesse zeigen ist ein entscheidender Faktor und Voraussetzung für jegliche Motivation in der Schule. Viele Eltern stellen abends am Esstisch die obligatorische Frage, wie es in der Schule war, wollen sich aber nur bestätigen lassen, dass alles in Ordnung ist. Nimm dir Zeit, deinem Kind zuzuhören. Lass es erzählen, was es erlebt hat, welche Dinge problematisch sind und was Spaß macht.
Ziele setzen und Fortschritte belohnen
Die meisten Kinder sind von Natur aus ehrgeizig und lieben Herausforderungen. Hilf deinem Kind, sich konkrete und realistische Ziele zu setzen, von denen es auch einen praktischen Nutzen hat, z.B. so viele Englischvokabeln zu lernen, dass es im nächsten Urlaub Kontakte knüpfen und sich verständigen kann.
Belohnungen sind sehr motivierend, sollten aber einen sinnvollen Nutzen haben. Geld und Schokolade sind zum Beispiel keine geeigneten Lernmotivatoren. Selbst gewählte Belohnungen (z.B. ein Besuch im Europapark, die lang ersehnten Inlineskates oder ein neues Fahrrad) gehören zu den besten und sinnvollsten Belohnungen für schulische Fortschritte.
Die bekannte Pädagogin Uta Reimann-Höhn bietet auf ihrer Internetseite einen interessanten Überblick zum Thema der Förderung von Ehrgeiz bei Kindern.
Selbstverantwortung fördern
Auf lange Sicht ist es wichtig, dass du dein Kind ermutigst, sich selbst zu motivieren und Verantwortung zu übernehmen. Dabei ist es wichtig, dass dein Kind in diesen Prozess einbezogen wird. Frage es zum Beispiel, welche Lernatmosphäre es sich wünscht, um sich beim Lernen wohler zu fühlen. Lass es gemeinsam mit dir seinen Arbeitsplatz einrichten (Schreibtisch, Stuhl, Lieblingslampe). Sprich mit deinem Kind und erkundige dich, was ihm helfen würde, morgens lieber oder überhaupt in die Schule zu gehen. Manchmal sind es nur Kleinigkeiten, wie z.B. ein gemeinsames Frühstück.
Wenn du dein Kind verstehst, ihm hilfst realistische und nachvollziehbare Ziele zu setzen und Resultate sinnvoll belohnst, schaffst du damit eine gute Basis für eine höhere Motivation für die Schule.












