Mit der Geburt des eigenen Kindes beginnt für die Eltern eine der schönsten, aber auch anstrengendsten Zeiten im Leben. Die Herausforderung besteht darin, immer da zu sein, wenn das Kind aufwacht und seine Bedürfnisse äußert, auch zu den unmöglichsten Zeiten. Denn mit dem Durchschlafen klappt es am Anfang oft nicht so richtig.
Gleich zu Beginn solltest du einige Dinge über den Babyschlaf wissen. Babys schlafen sehr viel. In den ersten ein bis zwei Monaten können es bis zu 18 Stunden am Tag sein. Aber ihre Schlafphasen unterscheiden sich sehr von unseren. Während wir nach einer Tiefschlafphase in den aktiven Schlaf übergehen, beginnen Säuglinge mit dem aktiven Schlaf. Hinzu kommt, dass diese oft sehr unruhige, aktive Phase bei ihnen nicht weniger als 80 Prozent des Schlafs ausmacht. Das hat zur Folge, dass Babys im ersten Monat tagsüber kaum länger als eine Stunde am Stück schlafen. Nachts können es bis zu vier Stunden sein. Bei manchen Babys ist es aber auch genau umgekehrt.
Das liegt auch daran, dass Neugeborene zunächst gar nicht wissen, ob es Tag oder Nacht ist. Erst in den folgenden Lebensmonaten entwickeln sie ein Gefühl dafür. Nach einem halben Jahr finden sie in der Regel zwischen Mitternacht und fünf Uhr morgens Ruhe.
Mehr zum Thema Babyschlaf erfährst du im bibino-Blog. Dort findest du auch Informationen über die Bedeutung des Babyschlafs für die Gehirnentwicklung und weitere Themen rund ums Baby.
Schon das unterschiedliche Schlafverhalten von Säuglingen und größeren Kindern bzw. Erwachsenen legt nahe, dass eine Schlafroutine mit Durchschlafen ein Entwicklungsprozess ist. Es geht also nicht darum, deinem Baby die «richtigen» Schlafenszeiten beizubringen oder – schlimmer noch – zu dressieren. Deine Aufgabe sollte vielmehr darin bestehen, es bei der Entwicklung einer Schlafroutine zu unterstützen, die zu einem besseren Babyschlaf führt.
So bringst du dein Baby dazu, die ganze Nacht durchzuschlafen
Das kann man erreichen, indem man sein Kind schon als Säugling so oft wie möglich an die frische Luft bringt. Das Tageslicht, natürlich ohne direkte Sonneneinstrahlung, erleichtert ihm den Wechsel von Tag und Nacht. Außerdem kannst du den Tag nutzen, um mehr mit deinem Baby zu spielen. Oft ist es sogar sinnvoll, das Baby tagsüber zu wecken, um es zu füttern.
Wenn das Baby nachts aufwacht, ist es ratsam, sich auf das Wickeln, Füttern und den notwendigen Körperkontakt zu konzentrieren. Achte aber in jedem Fall darauf, dass die Raumtemperatur während der Schlafenszeit für das Baby angenehm ist. Auf keinen Fall solltest du das Baby schreien lassen. Mangelnde Zuwendung ist für das Baby eine schlechte Erfahrung und kann dazu führen, dass es in dieser Nacht gar nicht mehr einschläft. Außerdem kann ein ernsthaftes Problem vorliegen. Das und vieles mehr kannst du in dem Buch Unser Baby. Das erste Jahr: Ernährung – Gesundheit – Pflege.
Auch das Familienportal NRW hält Handreichungen für dich zum Babyschlaf im 1. Lebensjahr berei. Im Wesentlichen geht es in dem Artikel um die Einhaltung eines festen Tagesablaufs, um abendliche Ruhe und die Einführung von Schlafritualen. Von Einschlafhilfen wird abgeraten, da das Baby lernen soll, ohne sie einzuschlafen. Auch nächtliches Spielen sowie Übermüdung und Überreizung sind für das Ministerium tabu. Auf den Seiten des Familienportals.NRW findest du außerdem Tipps, wie du und deine Partnerin oder dein Partner mit dem Schlafmangel umgehen können, den ein Säugling mit sich bringt.
Tipps zur Verbesserung des Babyschlafs finden sich auch in einem Artikel der Techniker Krankenkasse mit dem Titel «Durchschlafen lernen». Um Babys zum Durchschlafen zu bringen, steht dort das Einschlafritual im Mittelpunkt. Außerdem sollte das Baby wach, aber mit einer Einschlafhilfe wie einem Kuscheltier ins Bett gelegt werden.
Sanfte Wege zum Babyschlaf
Der Kinderarzt Dr. med. Herbert Renz-Polster und die Journalistin und Bestsellerautorin Nora Imlau setzen sich ihrem Buch Schlaf gut, Baby!: Der sanfte Weg zu ruhigen Nächten kritisch mit dem klassischen Schlaftraining für Babys auseinander. Sie setzen auf Nähe, Schmusen, Geborgenheit und auch auf die Geräusche einer vertrauten Umgebung. All dies erkennen sie als Grundbedürfnisse, durch deren Erleben das Baby am leichtesten in den Schlaf findet und einen gesunden Tag-Nacht-Rhythmus entwickeln kann.
Ratschläge, Erfahrungsberichte und auch wissenschaftliche Erkenntnisse sind jedoch nur Hilfsmittel, um den Schlaf deines Babys zu verbessern. Das Wichtigste ist, dass du auf die individuellen Bedürfnisse deines Kindes eingehst, um seinen Schlaf zu verbessern. Schließlich ist jeder Mensch und ganz besonders dein Baby einzigartig.










